PRESSEMITTEILUNG

Schwedt/Oder, 22. Oktober 2020:

 

Kurzfassung:

Nachhaltigkeit made in Germany – Nachhaltige Materialien, die Plastik bereichsübergreifend ersetzen können, sind ein Muss für eine moderne, zukunftsfähige Wirtschaft. Wir von BIO-LUTIONS haben uns genau dieser Aufgabe angenommen und stellen nachhaltige Einwegprodukte aus Agrarresten her. Wir verarbeiten die ganze Faser ausschließlich mechanisch und kreieren ohne zusätzliche Bindemittel stabile Strukturen und Produkte. Entwickelt wurde die Anwendung dieser innovativen Fasertechnologie hier in Deutschland durch unser Forschungsteam im Technikum Schwedt. Vor 2 Jahren eröffneten wir bereits unsere erste Fabrik in Bangalore, Indien und nun folgt die 2000m² große Produktionsstätte in Schwedt. Als Teil des Innovation Campus Schwedt entsteht mit BIO-LUTIONS in Brandenburg eine neue Stätte für Zukunftstechnologie. Dieser Standort verstärkt die Entwicklungs- und Innovationsachse Berlin-Stettin und bringt attraktive Arbeitsplätze in die Region. In der finalen Ausbaustufe werden über 200 Jobs entstanden sein und jährlich mehr als 1,5 Mrd. Produkteinheiten hergestellt. Dies entspricht über 30.000 Tonnen vermiedenem Plastikmüll.

 

Im Detail:

Im Gewerbegebiet am Hafen in Schwedt/Oder entsteht nun unsere Produktionsstätte, in der künftig für den europäischen Markt produziert wird. Im September dieses Jahres erfolgte der erste Spatenstich, am 22. Oktober wurde jetzt die offizielle Grundsteinlegung gefeiert – in kleinem Rahmen und unter Berücksichtigung der Corona-Richtlinien. Vor Ort waren der Wirtschaftsminister des Landes Brandenburg Herr Prof. Dr.-Ing. Steinbach, der Bürgermeister der Stadt Schwedt/Oder Herr Bürgermeister Jürgen Polzehl, der Referent für nachhaltige Gebietsentwicklung Stellv. Leiter Nationalpark Unteres Odertal Herr Dr. Michael Tautenhahn, sowie weitere Gäste aus Politik und Wirtschaft.

 

Fertigstellung der ersten etwa 1.830 m2 großen Produktionshalle ist für Frühjahr 2021 geplant.

Konzept, Planung und Ausführung des mehrere Bauabschnitte umfassenden Projekts liegt in den Händen von Freyler Industriebau Berlin/Brandenburg. Fertigstellung der ersten etwa 1.830 m2 großen Produktionshalle ist für Frühjahr 2021 geplant. Weitere Bauabschnitte werden folgen, u.a. mit einer ca. 15.000 m2 großen Halle sowie 700 m2 Bürofläche. „Der Zeitplan ist eng gestrickt“, erklärt Eduardo Gordillo, Firmengründer von BIO-LUTIONS, „denn schon Mitte kommenden Jahres sollen die ersten Produkte aus Schwedt lieferbar sein.“ Dann tritt nämlich die EU-Verordnung in Kraft, die die Nutzung von Einweg-Besteck und Einweg-Geschirr aus Plastik verbietet.

 

 

Die Baugenehmigung wurde im Frühjahr 2020 erteilt.

Entsprechend zügig mussten auch Konzept und Bauplanung stehen. „Im August 2019 haben wir uns bei einem Freyler Konzepttag intensiv mit BIO-LUTIONS ausgetauscht, im Herbst erfolgte die Planung für den ersten Bauabschnitt“, berichtet Jens Wollschläger, Geschäftsbereichsleiter Freyler Industriebau Berlin/Brandenburg. Die Baugenehmigung wurde im Frühjahr 2020 erteilt. Mit der neuen Produktionshalle entstehen im ersten Schritt etwa 40 neue Arbeitsplätze. Die Produktionshalle wird durch ihr Stahl-Tragwerk eine Spannweite von 27 m besitzen und mit innenliegenden Sandwichpaneel-Wänden in drei Bereiche unterteilt.

 

Auf dem 7.841 m2 großen Grundstück ist zudem noch Platz für eine weitere Halle und ein Bürogebäude – diese sollen bis 2022 in zwei weiteren Bauabschnitten realisiert werden. Dann erwartet Eduardo Gordillo auch ein Wachstum der Belegschaft auf bis zu 200 Mitarbeiter. „Insgesamt wollen wir künftig in zwölf Produktionslinien etwa 72.000 Tonnen unseres Bio-Materials verarbeiten“, führt er weiter aus.

 

 

Schwedt is bereits der Sitz unseres Technikums. 

Die Forschung von BIO-LUTIONS ist bereits seit einigen Jahren mit einer Testproduktion in Schwedt angesiedelt und hat unter anderem die innovative Fasertechnologie mitentwickelt, auf deren Basis jetzt die nachhaltigen Einwegprodukte produziert werden. Vor zwei Jahren eröffnete die erste Fabrik in Indien, mit Schwedt folgt nun der zweite Produktionsstandort. Und nicht nur mit seinen Lösungen schont BIO-LUTIONS die Umwelt, auch bei der Produktion setzt das Unternehmen Maßstäbe hinsichtlich des Umweltschutzes. So kommt dort eine spezielle Technik zum Einsatz, die kaum noch Wasser im Produktionsprozess benötigt.

 

BIO-LUTIONS ist Teil des Innovation Campus Schwedt, einem neuen Zentrum für Zukunftstechnologie in Brandenburg. Mit mehr als 1,5 Mrd. Produkteinheiten, die BIO-LUTIONS jährlich herstellen will, würden über 30.000 Tonnen Plastikmüll vermieden – ein wirklich herausregendes Ziel für unsere Umwelt und die Zukunft unseres Planeten.

 

Weiterführende Informationen:

Unter www.bio-lutions.com finden Sie weitere Informationen zu BIO-LUTIONS und unseren innovativen Produktlösungen.

Zusätzliche Informationen zur FREYLER Industriebau GmbH und deren Projekte erhalten Sie auf www.freyler.de.

Alle Abbildungen: © BIO-LUTIONS

 

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Utopia, Sibylle Reuter

Wie wär’s, wenn bei der nächsten Grillparty der Tomatensalat in einem Teller aus Tomatenpflanzenresten kommt? Oder die Verpackung der Lieblingssorte Kekse aus den landwirtschaftlichen Abfällen von Weizenstroh gefertigt ist? Das Hamburger Start-up Bio-Lutions will Verpackung nachhaltiger machen.

Bio-Lutions hat ein patentiertes mechanisches Verfahren entwickelt, mit dem es Pflanzenreste reinigt, zusammenpresst und anschließend durch die Zugabe von Wasser zu selbstbindenden Mikro- und Nanofasern zerkleinert.

Ganz ohne Zusatzstoffe und Chemikalien und mit einem sehr geringen Wasserverbrauch entstehen so vielseitig anwendbare, nachhaltige Verpackungen. Bio-Lutions wurde damit jetzt Finalist beim Next Economy Award 2018.

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Trends der Zukunft

Bei diesem Projekt gibt es viele Profiteure: Indische Farmer, die trotz harter Arbeit wenig Geld verdienen, erhalten ein gutes Zubrot. Konsumenten bekommen zu geringen Preisen rein biologische Verpackungen, die sich einfach auf den Kompost werfen lassen. Und die Umwelt muss nicht noch mehr Einweg-Plastikmüll ertragen. Wir beleuchten den Hintergrund!

Bananen- und Zuckermaisblätter als Rohstoff

Das Startup Bio-lutions hat seinen Stammsitz in Hamburg, doch die Produktionsanlagen liegen in Indien. Hier sind die Fabriken nicht nur ganz nah an ihren Rohstoffen, sondern auch an den zu verpackenden Waren. Einwegverpackungen in vielen verschiedenen Formen verlassen Tag für Tag die Förderbänder, sie bestehen aus nichts weiter als kompostierbaren Pflanzenresten. Als Rohstoffe verwendet Bio-lutions die ohnehin anfallenden Pflanzenreste der in der Nähe ansässigen Farmer: Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Zuckermais- und Bananenblätter, die den Landwirten eigentlich keinerlei Gewinn bringen und normalerweise verbrannt werden würden. Doch das Unternehmen zahlt natürlich für das Grünzeug, das getrocknet, geschreddert und weiterverarbeitet wird. Selbst die nötigen Bindemittel sind in den Pflanzenresten enthalten!

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Hamburg News

Hamburger Startup zielt mit ökologischer Produktionsalternative für Einwegprodukte auf Massenmarkt

Das Aus für Einwegprodukte aus Plastik rückt näher. Ende Oktober stimmten die EU-Staaten auf Botschafterebene für ein entsprechendes Verbot, für das sich zuvor bereits das Europaparlament ausgesprochen hatte. Diese Entwicklung dürfte ganz im Sinne von Eduardo Gordillo sein. Sein Startup Bio-Lutions bietet eine ökologische Alternative zu Plastik: Einweggeschirr und Verpackungen aus Agrarresten.

„Re-Packing“: Tomatenverpackungen aus Tomatenpflanzen

„Agrarreste werden in Deutschland als Wertstoffe betrachtet“, weiß der gebürtige Kolumbianer. Ein Teil dieser Wertstoffe wandert als Dünger wieder zurück in den Boden. Der Rest wird – kostenpflichtig – entsorgt. Gordillo setzt statt auf Entsorgung auf Recycling und nutzt die Pflanzenreste als Rohstoff, um daraus beispielsweise Verpackungen zu produzieren. „Re-Packing“ nennt er den Ansatz, bei dem etwa Tomatenverpackungen zu 100% aus Tomatenpflanzen hergestellt werden.

330 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr

Möglich wird das durch ein patentiertes Verfahren, das es erlaubt, selbstbindende Fasern aus weichen Agrarabfällen – Holz ist zu hart – herzustellen und per Faserguss in jede gewünschte Form zu bringen. „Wir sprechen hier von einem mechanischen Verfahren, ganz ohne Chemie und mit nur sehr wenig Wasserverbrauch. Und das Produkt ist zu 100% biologisch abbaubar“, betont Gordillo die Umweltverträglichkeit. „Aktuell bieten wir damit weltweit die ökologischste Alternative zu Plastik an“. Andere Unternehmen werden folgen, ist der 52-Jährige überzeugt.

Den Wettbewerb fürchtet er nicht. „Wir sprechen von mehr als 330 Millionen Tonnen Plastik, die jährlich weltweit hergestellt werden. Ein Unternehmen allein kann da gar nicht ausreichend Alternativen produzieren.“ Um einen weitreichenden Materialwechsel herbeizuführen – und das ist sein Ziel – müsse es weitere Produzenten geben. „Wir wollen etwas bewegen. Darum streben wir eine Massenproduktion an und kein Nischenprodukt“, erklärt Gordillo.

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Next Economy Award,  Düsseldorf

BIO-LUTIONS International AG wurde nominiert in der Kategorie „Resources“

Die Finalisten für den 4. Next Economy Award stehen fest. Aus 178 Bewerbungen wurden die neun nachhaltigsten und innovativsten Unternehmen für die Endauswahl nominiert.

„Unsere Finalisten wollen beides: Einen Beitrag zur Lösung von sozialen und ökologischen Problemen leisten und davon leben“, sagt Initiator Stefan Schulze-Hausmann. „Die ‚nächste Wirtschaft‘ braucht nachhaltige Geschäftsmodelle mit wirtschaftlicher Erfolgsperspektive. Der NEA zeigt die besten Beispiele.“

Die Expertenjury und das Kongresspublikum bestimmen am 7. Dezember 2018 nach Live-Pitches den Preisträger, der ein attraktives Paket aus Kommunikations- und Sachleistungen im Wert von € 25.000,- erhält.

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DIE ZEIT Hamburg Elbvertiefung, Mark Spörrle

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Kaffeebecher mit Plastikhütchen? In 10 bis 15 Jahren wird der Verbraucher für derartige Frevel europaweit geächtet werden. Davon geht jedenfalls Eduardo Gordillo aus, Hamburger kolumbianischer Herkunft und Chef der Hamburger Start-up-Firma Bio-Lutions, die Verpackungen aus kompostierbarem Pflanzenmaterial herstellt. “Wir benutzen keine Chemie”, sagt Gordillo und erklärt: Durch Zerreiben werden die Fasern auf Nanopartikel reduziert, die sich durch das Beimischen von Wasser verketten und nach dem Trocknen eine stabile Form ergeben. Mögliche Rohstoffe: Tomatengrün, Zucchinipflanzen, Stroh. Laut Gordillo hat theoretisch jede Pflanze das Zeug zum Joghurtbecher oder Gemüseschälchen. Zurzeit arbeite die Firma mit Stämmen von Bananenstauden und Zuckerrohrblättern, die Bio-Lutions in Indien verarbeiten lässt. “Durch die Dezentralisierung der Produktion können wir in kleinen Strukturen mit lokalen Rohstoffen arbeiten”, erläutert Gordillo. Dass die erste Fabrik in Indien eröffnet wurde, war wohl auch eine marktstrategische Entscheidung: Dort sind Einweg-Plastikprodukte seit einigen Jahren flächendeckend verboten. Gordillo fügt hinzu: “Als Start-up-Unternehmen Fehler zu machen ist teuer, aber in Indien nicht ganz so sehr.” Ab Ende des zweiten Quartals 2019 will Bio-Lutions auch in Deutschland produzieren, Gordillo hofft entsprechend auf hiesige Abnehmer. Ob die Hamburger Stadtreinigungdie Schälchen als Kompost durchgehen lassen wird? “Wir gehen davon aus, dass das überhaupt kein Problem ist”, sagt Gordillo. “Unsere Produkte sind im Grunde wie Laub.”

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Berliner Zeitung, Tanja Brandes

Vor 20 Jahren kam Eduardo Gordillo der Liebe wegen nach Deutschland und entdeckte hier seine Begeisterung für den Umweltschutz. Mit seiner Firma hat der gebürtige Kolumbianer ein Verfahren entwickelt, aus Agrar-Abfällen Verpackungen herzustellen – nutzbar wie Plastik, aber kompostier- und recycelbar. Die Lösung für ein globales Müllproblem? Möglich ist alles, sagt Gordillo. Er weiß aber auch: Das nachhaltigste Material nützt nichts, wenn niemand es benutzen will.

Herr Gordillo, kaufen Sie sich hin und wieder einen Coffee to go im Plastikbecher?

Ich trinke keinen Kaffee – die Frage stellt sich also nicht. Aber wenn ich zum Beispiel an der Tankstelle ein Getränk kaufe, dann ist das in der Regel leider in einer Plastikflasche. Ich versuche, Kunststoff zu vermeiden. Wir haben jetzt so eine Maschine gekauft, mit der man Sprudelwasser selber machen kann. Alle anderen Getränke kaufen wir in Glasflaschen. Und als ich mit meiner Familie kürzlich in den USA war, wurden wir im Supermarkt jedes Mal mit großen Augen angeguckt, wenn wir an der Kasse unseren Stoffbeutel ausgepackt haben. Vollkommen auf Plastik zu verzichten, ist aber so gut wie unmöglich.

 

Eigentlich sind Sie Industriedesigner. Warum beschäftigen Sie sich jetzt mit nachhaltiger Verpackung?

Als ich vor 20 Jahren aus Kolumbien kam, habe ich erlebt, wie in Deutschland das Mülltrennungssystem funktioniert. Das hat mir ein ganz neues ökologisches Bewusstsein gegeben. Gerade Plastik ist ein riesiges Umweltproblem. Und winzige Plastikteile von den Massen an Verpackungen, die wir ins Meer geworfen haben, werden von Fischen gefressen. Damit gelangt das Material auch wieder in unsere Nahrungskette. Das ist natürlich sehr schädlich für die Gesundheit. Je mehr ich im Laufe der Jahre darüber gelesen und gehört habe, desto mehr hatte ich das Gefühl, selbst etwas tun zu müssen. Da ich schon beruflich mit Verpackung zu tun hatte, habe ich in diesem Bereich angefangen zu recherchieren.

 

Biologisch abbaubare und kompostierbare Verpackungen gibt es bereits. Was ist das Besondere an Ihrer Methode?

Das Problem bei sogenanntem Bioplastik ist: Es ist in der Herstellung sehr teuer und kann deshalb nicht mit herkömmlichem Petroleum-Plastik konkurrieren. Die andere Möglichkeit ist der „Faserguss“, so werden zum Beispiel Eierkartons hergestellt. Allerdings wird dabei meist Cellulose oder recyceltes Papier verwendet. Um ein Kilo Cellulose herzustellen, brauchen Sie aber 150 Liter Wasser und viele Chemikalien, um recyceltes Papier verwenden zu können, muss es gewaschen werden – und als Reste bleiben Tinten und Metallteile, die auch nicht umweltfreundlich sind. Für ein Kilo von unserem Material brauchen wir nur vier Liter Wasser und keine Chemikalien. Unsere Herstellung ist nur mechanisch. Wir bieten also eine echte Alternative zu herkömmlichem Plastik, auch ökonomisch, weil unsere Rohstoffe sehr günstig sind.

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Berlin Valley, Josefine Köhn-Haskins

Natürliche Alternative zu Einwegplastik: Mit Packungen aus Ernteresten war BIO-LUTIONS unter den Top 3 beim Greentec Award 20018 und gewann den deutschen Verpackungspreis.

Die Vision von BIO-LUTIONS ist es, Plastik überflüssig zu machen. Dazu werden reine Ernteabfälle und Wasser in Verpackungsmaterial und Geschirr umgewandelt. Als Standort für die Pilotanlage hat sich Gründer Eduardo Gordillo Indien ausgesucht. Der Grund: Die Kosten sind niedriger, außerdem sei das Problem in Indien besonders dringlich. „Die Müllabfuhr funktioniert nicht, auf den Straßen liegt überall Müll. Die Kühe, die dort heilig sind und frei herumlaufen, fressen das Plastik und sterben“, schildert Gordillo. Die Situation ist so schlimm, dass einige indische Staaten Einwegplastik gänzlich verboten haben, unter anderem in Karnataka, wo BIO-LUTIONS derzeit produziert.

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Frankfurter Allgemeine, Philipp Krohn

Seit 40 Jahren tüfteln Ingenieure daran, Plastikverpackungen aus den Supermärkten zu verbannen. Der Erfolg blieb überschaubar. Ein Hamburger Unternehmer glaubt nun, die Lösung für das Plastikproblem gefunden haben.

Seit 40 Jahren denken deutsche Konsumenten darüber nach, wie sie Plastik vermeiden können. Die Antwort großer Supermarktketten in den späten zehner Jahren des 21. Jahrhunderts: Tragetaschen abschaffen. Alternativen: keine, zumindest keine ökologisch nachhaltigeren. Bei den sonstigen Verpackungen: Man wird es sehen. In vier Jahrzehnten also ist keinem Hersteller und Zulieferer etwas eingefallen, das nicht nach seiner Nutzung von Walen im Meer verschluckt und zu deren Verenden führen kann.

Offenbar braucht es manchmal die frische Vision von Start-ups, um neue Perspektiven aufzuzeigen. Eduardo Gordillo ist Kolumbianer, bekam vor sieben Jahren mit seiner deutschen Frau eine Tochter und plante ein eigenes Haus. Der studierte Industriedesigner machte sich viele Gedanken über Energie, Material und Ökologie. Dann sah er auf Apple-TV eine Dokumentation über die Schädlichkeit von Plastik. Aus einem bestehenden eigenen Unternehmen in Hamburg gründete er dann Bio-Lutions aus. Das Ziel: Plastik als Verpackungsmaterial für Lebensmittel überflüssig machen. Das Instrument dazu ist, nicht benötigte Agrarabfälle in Verpackungsbehälter umzuwandeln.

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Hamburger Abendblatt, Heiner Schmidt

Hamburger Firma Bio-Lutions entwickelt umweltschonende Verpackungen und Einweggeschirr aus Blättern und Stämmen.

Hamburg.  Die ersten WM-Vorrundenspiele der kolumbianischen Fußball-Nationalmannschaft hat Eduardo Gordillo in Indien verfolgt. Dort war der Südamerikaner, der seit mehr als 20 Jahren in Deutschland lebt, um den Start der Produktion vorzubereiten. Noch in diesem Monat will die Hamburger Bio-Lutions International AG dort mit der Herstellung biologisch abbaubarer Verpackungen und von Einweg­geschirr aus Pflanzenfasern beginnen. Gordillo hat das Unternehmen mit Sitz an der Dorotheenstraße in Winterhude 2015 gegründet und ist Vorstandschef der AG, drei Mitgründer sind ebenfalls in der Firma tätig.

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Expansion geplant

Er plant bereits die Expansion. Im April oder Mai nächsten Jahres soll eine Produktionsstätte nordöstlich von Berlin in Betrieb gehen, von Thailand aus könnte ebenfalls schon 2019 der südostasiatische Markt beliefert werden. Bislang seien drei bis vier Millionen Euro in das Unternehmen und die Produktentwicklung geflossen. Derzeit läuft eine Finanzierungsrunde für den nächsten Expansionsschritt. Das Ziel ist, neun Millionen Euro von Investoren einzusammeln. „Es läuft gut“, sagt Gordillo über seine Gespräche mit potenziellen Geldgebern. Sein langfristiges Ziel lautet: „In zehn Jahren wollen wir in 40 Ländern produzieren.“

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