Frankfurter Allgemeine, Philipp Krohn

Seit 40 Jahren tüfteln Ingenieure daran, Plastikverpackungen aus den Supermärkten zu verbannen. Der Erfolg blieb überschaubar. Ein Hamburger Unternehmer glaubt nun, die Lösung für das Plastikproblem gefunden haben.

Seit 40 Jahren denken deutsche Konsumenten darüber nach, wie sie Plastik vermeiden können. Die Antwort großer Supermarktketten in den späten zehner Jahren des 21. Jahrhunderts: Tragetaschen abschaffen. Alternativen: keine, zumindest keine ökologisch nachhaltigeren. Bei den sonstigen Verpackungen: Man wird es sehen. In vier Jahrzehnten also ist keinem Hersteller und Zulieferer etwas eingefallen, das nicht nach seiner Nutzung von Walen im Meer verschluckt und zu deren Verenden führen kann.

Offenbar braucht es manchmal die frische Vision von Start-ups, um neue Perspektiven aufzuzeigen. Eduardo Gordillo ist Kolumbianer, bekam vor sieben Jahren mit seiner deutschen Frau eine Tochter und plante ein eigenes Haus. Der studierte Industriedesigner machte sich viele Gedanken über Energie, Material und Ökologie. Dann sah er auf Apple-TV eine Dokumentation über die Schädlichkeit von Plastik. Aus einem bestehenden eigenen Unternehmen in Hamburg gründete er dann Bio-Lutions aus. Das Ziel: Plastik als Verpackungsmaterial für Lebensmittel überflüssig machen. Das Instrument dazu ist, nicht benötigte Agrarabfälle in Verpackungsbehälter umzuwandeln.

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Hamburger Abendblatt, Heiner Schmidt

Hamburger Firma Bio-Lutions entwickelt umweltschonende Verpackungen und Einweggeschirr aus Blättern und Stämmen.

Hamburg.  Die ersten WM-Vorrundenspiele der kolumbianischen Fußball-Nationalmannschaft hat Eduardo Gordillo in Indien verfolgt. Dort war der Südamerikaner, der seit mehr als 20 Jahren in Deutschland lebt, um den Start der Produktion vorzubereiten. Noch in diesem Monat will die Hamburger Bio-Lutions International AG dort mit der Herstellung biologisch abbaubarer Verpackungen und von Einweg­geschirr aus Pflanzenfasern beginnen. Gordillo hat das Unternehmen mit Sitz an der Dorotheenstraße in Winterhude 2015 gegründet und ist Vorstandschef der AG, drei Mitgründer sind ebenfalls in der Firma tätig.

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Expansion geplant

Er plant bereits die Expansion. Im April oder Mai nächsten Jahres soll eine Produktionsstätte nordöstlich von Berlin in Betrieb gehen, von Thailand aus könnte ebenfalls schon 2019 der südostasiatische Markt beliefert werden. Bislang seien drei bis vier Millionen Euro in das Unternehmen und die Produktentwicklung geflossen. Derzeit läuft eine Finanzierungsrunde für den nächsten Expansionsschritt. Das Ziel ist, neun Millionen Euro von Investoren einzusammeln. „Es läuft gut“, sagt Gordillo über seine Gespräche mit potenziellen Geldgebern. Sein langfristiges Ziel lautet: „In zehn Jahren wollen wir in 40 Ländern produzieren.“

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Hamburg Startups, Mathias Jäger

Plastikmüll ist eines der größten Probleme unserer Zeit. Das Hamburger Startup BIO-LUTIONS hat nun eine pflanzliche Alternative zu Plastik entwickelt und will daraus Verpackungen und Einweggeschirr für den Weltmarkt produzieren. Wir haben uns mit dem Gründer Eduardo Gordillo über diese revolutionäre Erfindung unterhalten.

Die 2005 gegründete upgradingGmbH ist eine Designagentur, die sich auf Displays zur Verkaufsförderung im Einzelhandel spezialisiert hat. Das Geschäft läuft gut, wie ein Blick auf die Liste der Referenzkunden zeigt: Große Namen wie Beiersdorf, L’Oréaloder Philips sind dort zu finden. Dem CEO Eduardo Gordillo reichte dieser Erfolg allerdings vor sechs Jahren nicht mehr. Um die Welt nicht zuletzt für seine damals gerade ein Jahr alte Tochter ein bisschen besser zu machen, suchte er nach einer Idee, die den Umweltschutz weltweit voranbringt.

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Handelsblatt, Mathias Peer

Der deutsch-kolumbianische Gründer will Kunststoff aus zur Plastikalternative machen. Erst in Indien, möglichst bald auch in Deutschland.

BangaloreBananenstämme, Zuckerrohrblätter und die Spitzen der Arekapalme – im Kampf gegen die Plastikflut ist das für Eduardo Gordillo die perfekte Mischung. Ein Jahr lang hat der deutsch-kolumbianische Unternehmer in einer Pilotanlage am Rand der indischen Metropole Bangalore mit verschiedenen Pflanzen herumexperimentiert.

Nun sieht der Chef des Start-ups Bio-Lutions sein Produkt bereit für den Massenmarkt: Mit Einweggeschirr aus Pflanzenabfällen will er ab Juli in Indien durchstarten. Und schon 2019 möchte er das Konzept nach Deutschland bringen.

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Enorm Magazin, Elena Boeck

Unser Verpackungsmüll könnte bald auf dem Kompost landen – weil er komplett aus Pflanzenresten hergestellt ist. Die Methode ist nicht nur umweltfreundlicher als herkömmliche, sondern kann auch überall lokal werden

8,6 Milliarden Tonnen, oder das Gewicht von 1.4 Milliarden afrikanischen Elefanten – so viel Plastik hat die Menschheit seit 1950 produziert. Nach Schätzungen wurden davon gerade einmal neun Prozent recycelt. Die Plastikspuren, die wir Menschen hinterlassen, sind in Wäldern, Meeren und sogar der Arktis zu finden. Die steile Karriere von Plastik liegt in seiner Langlebigkeit und vor allem der billigen Produktion begründet.

Ein nachhaltiges Konkurrenzprodukt müsste demnach auch preislich mit den Alternativen mithalten können um sich am Markt durchsetzen zu können. Genau mit dieser Strategie und einer nachhaltigen Verpackungsmethode sagt ein neues Unternehmen Plastik den Kampf an – und nicht nur dem. Erklärtes Ziel von Bio-Lutions ist es, den Verbrauch von Erdöl, Plastik und Cellulose zu beenden. Aber nicht durch eine verpackungslose Zukunft, wie es zum Beispiel die Zero-Waste-Bewegung fordert.

Bio-Lutions will die herkömmlichen Verpackungsmaterialien ersetzen – mit natürlichen Fasern aus Agrarabfällen. Kokosnüsse, Ananassträucher, Reis- und Weizenstroh, aber auch Sägespäne und Baumwollabfälle können für die Verpackungen verwendet werden. Benutzt werden ausschließlich Reste aus der Landwirtschaft, die weder als Futtermittel, Biotreibstoff, noch anderweitig Verwertung gefunden haben.

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Chancen Magazin KfW, Olivia Höner

Eduardo Gordillo has found a way to cut down the mountains of plastic waste. His firm Bio-Lutions is manufacturing packaging material and disposable tableware made from crop waste. It’s cost-effective, 100% compostable and provides benefits for smallholders.

Mr Gordillo, 2017 is a crucial year for your firm Bio-Lutions. For five years, you have been developing and testing a new packaging material made from crop waste. Now it’s going into production.

Yes, that’s right. At the moment, we’re only manufacturing 600 kg a month in our Indian pilot plant. Once we finish extending the factory in April 2018, however, we’ll be making six tonnes a day.

Who are your customers?

Our customers include Bigbasket, India’s biggest online supermarket, as well as Licious, India’s biggest online butcher, and Coffee Day, the Indian equivalent of Starbucks. We also have distributors who sell large quantities of our disposable tableware. We have so much interest from potential customers that we’re already planning to build a second production line in 2019.

Why is there such huge demand in India?

The Indians need solutions right away. Their refuse collection system doesn’t work, and in the streets there’s just rubbish, rubbish, rubbish everywhere you look. Most of it is plastic. In India, cows are sacred and are allowed to roam freely. They eat this plastic and then they die. Here in Germany, our waste is less visible. Obviously, Germany needs to cut down on plastic packaging, too. But in other countries, the cry is more urgent: Here! Now! Immediately!

Read the whole interview by clicking on the link below.

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t3n, Cornelia Dlugos

Abgesehen von denen, die „irgendwas mit KI“ machen, waren auf der Bits & Pretzels 2017 auch Startups vertreten, die interessante nachhaltige Projekte umsetzen. Wir stellen drei grüne Startups vor.

Die Bits & Pretzels ist die Messe für Gründer und Startups, um Investoren von ihren Ideen zu überzeugen. Mit dabei waren auch junge Unternehmen, die sich auf unterschiedliche Arten dem Thema Nachhaltigkeit widmen. Dass es sich dabei keineswegs um verträumte Weltverbesserer-Ideologie oder oberflächliche Versuche, das schlechte Gewissen zu beruhigen, handelt, zeigen diese drei Startups.

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Bio-Lutions: Verpackungen aus Agrarabfällen

Der Tatsache, dass Verpackungsmüll aus Kunststoff zu einem immer größeren Umweltproblem wird, stellen sich auch Eduardo Gordillo und Stefan Dircks, Gründer des Hamburger Startups Bio-Lutions. In Zusammenarbeit mit dem brandenburgischen Technologieunternehmen Zelfo entwickelte Bio-Lutions ein Verfahren, um eine nachhaltige Verpackungsalternative aus Agrarabfällen herzustellen.

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Bioökonomie.de, Philipp Graf

Pflanzenabfälle sind für Eduardo Gordillo der ideale Rohstoff für Verpackungen und Einweggeschirr. Sein Hamburger Start-up Bio-lutions verarbeitet Agrarreste zu biologisch abbaubaren Fasergussformen. Das mehrfach preisgekrönte Material kann mit wenig technischem Aufwand hergestellt werden – überall auf der Welt.

Verpackungen und Einweggeschirr aus Kunststoff gehören zu den größten Müllquellen auf der Welt. Besonders akut ist das Problem in Indien – hier will die Politik ein Umdenken bewirken, um die Müllflut einzudämmen. In manchen Bundesstaaten wurde dazu ein Plastik-Verbot erlassen.

Nun sind dort nachhaltige Alternativen für Verpackungen gefragt. Für Eduardo Gordillo und sein Start-up Bio-lutions International AG ist es ein Glücksfall. Die Hamburger bauen derzeit mit Unterstützung der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) in Bangalore eine Produktionsanlage für biobasierte Verpackungen und Einweggeschirr auf: „Mit unserem Prozess können wir dort bald bis zu 2.000 Tonnen davon im Jahr produzieren“, freut sich Eduardo Gordillo.

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Aktien Check

via DEG Invest, Barbara Schrahe-Timera

– Produkt aus Pflanzenresten ersetzt Plastikverpackungen
– Aufbau einer Produktionsanlage in Indien
– 500.000 EUR aus dem Up-Scaling Programm

Verpackungsmüll aus Plastik ist weltweit ein immer größeres Umwelt-Problem. Die indische Regierung hat darauf jetzt reagiert und in einigen Bundesstaaten ein Verbot für bestimmte Plastikverpackungenerlassen. Allerdings fehlt es auf dem indischen Markt noch an Alternativen. Hier setzt ein Vorhaben des Hamburger Unternehmens BIO-LUTIONS GmbH (BIO-LUTIONS) an, für das die DEG – Deutsche Entwicklungs- und Investitionsgesellschaft mbH 500.000 EUR bereitgestellt hat. Diese Mittel werden im Rahmen des Up-Scaling Programms des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zur Verfügung gestellt.

BIO-LUTIONS stellt biologisch abbaubare Verpackungen und Einweggeschirr aus Pflanzenresten wie Bananenstämmen, Ananas- oder Tomatenpflanzen her. Diese werden zunächst getrocknet. Anschließend werden sie mechanisch zu Mikro- oder Nanofasern zerkleinert. Mit Wasser vermischt sind die Fasern dann selbstbindend und können ohne zusätzliche chemische Bindemittel zu Verpackungen und Einweggeschirr in verschiedenen Formen verarbeitet werden.

Das von BIO-LUTIONS entwickelte Verfahren wurde bisher in einer Pilotanlage getestet. Nun wird in Bangalore im indischen Bundesstaat Karnataka eine größere industrielle Anlage für die nahezu CO2- neutralen Produkte entstehen.

Anlässlich der Vertragsunterzeichnung in Köln sagte DEG-Geschäftsführerin Christiane Laibach: “Wir freuen uns sehr, mit
BIO-LUTIONS ein junges, innovatives Unternehmen auf seinem Wachstumskurs zu begleiten. Mit seiner neuartigen Methode zur Produktion von Verpackungsmaterial bietet BIO-LUTIONS eine tragfähige, umweltschonende Alternative zu Plastikverpackungen”. “Nach einer konstruktiven, genauen und unbürokratischen Überprüfung unseres Business-Plans und unserer ökologischen Innovation werden wirjetzt von der DEG mit dem Up-Scaling-Programm gefördert. BIO-LUTIONS kann in Indien seine Produktionskapazitäten deutlich erhöhen, um dort einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten”, ergänzte Eduardo Gordillo, Geschäftsführer von BIO-LUTIONS. Die
Region um Bangalore ist sehr fruchtbar, es gibt bis zu vier Ernten im Jahr. So fallen ausreichend Pflanzenreste an, zusätzliche Anbauflächen sind nicht nötig. BIO-LUTIONS wird mit einer Kleinbauern-Kooperative zusammenarbeiten, die das pflanzliche Material für die Produktion liefert und so zusätzliches Einkommen erwirtschaftet.

Das Unternehmen konnte bereits einen indischen Online-Supermarkt als Kunde gewinnen. Dort können die Verbraucher dann beispielsweise Bananen in Verpackung aus Bananenpflanzen kaufen. In einigen Jahren plant BIO-LUTIONS, seine Produkte auch in Europa anzubieten. Mit dem Up-Scaling-Programm fördert die DEG Pionierinvestitionen von kleinen
und mittleren Unternehmen (KMU). Damit können diese Unternehmen ihre innovativen Geschäftsmodelle, die positive Entwicklungseffekte generieren, erweitern. 2017 stellen die DEG und das BMZ gemeinsam 4,5 Mio. EUR für das Programm bereit.