Enorm Magazin, Elena Boeck

Unser Verpackungsmüll könnte bald auf dem Kompost landen – weil er komplett aus Pflanzenresten hergestellt ist. Die Methode ist nicht nur umweltfreundlicher als herkömmliche, sondern kann auch überall lokal werden

8,6 Milliarden Tonnen, oder das Gewicht von 1.4 Milliarden afrikanischen Elefanten – so viel Plastik hat die Menschheit seit 1950 produziert. Nach Schätzungen wurden davon gerade einmal neun Prozent recycelt. Die Plastikspuren, die wir Menschen hinterlassen, sind in Wäldern, Meeren und sogar der Arktis zu finden. Die steile Karriere von Plastik liegt in seiner Langlebigkeit und vor allem der billigen Produktion begründet.

Ein nachhaltiges Konkurrenzprodukt müsste demnach auch preislich mit den Alternativen mithalten können um sich am Markt durchsetzen zu können. Genau mit dieser Strategie und einer nachhaltigen Verpackungsmethode sagt ein neues Unternehmen Plastik den Kampf an – und nicht nur dem. Erklärtes Ziel von Bio-Lutions ist es, den Verbrauch von Erdöl, Plastik und Cellulose zu beenden. Aber nicht durch eine verpackungslose Zukunft, wie es zum Beispiel die Zero-Waste-Bewegung fordert.

Bio-Lutions will die herkömmlichen Verpackungsmaterialien ersetzen – mit natürlichen Fasern aus Agrarabfällen. Kokosnüsse, Ananassträucher, Reis- und Weizenstroh, aber auch Sägespäne und Baumwollabfälle können für die Verpackungen verwendet werden. Benutzt werden ausschließlich Reste aus der Landwirtschaft, die weder als Futtermittel, Biotreibstoff, noch anderweitig Verwertung gefunden haben.

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Utopia, Sibylle Reuter

Wie wär’s, wenn bei der nächsten Grillparty der Tomatensalat in einem Teller aus Tomatenpflanzenresten kommt? Oder die Verpackung der Lieblingssorte Kekse aus den landwirtschaftlichen Abfällen von Weizenstroh gefertigt ist? Das Hamburger Start-up Bio-Lutions will Verpackung nachhaltiger machen.

Bio-Lutions hat ein patentiertes mechanisches Verfahren entwickelt, mit dem es Pflanzenreste reinigt, zusammenpresst und anschließend durch die Zugabe von Wasser zu selbstbindenden Mikro- und Nanofasern zerkleinert.

Ganz ohne Zusatzstoffe und Chemikalien und mit einem sehr geringen Wasserverbrauch entstehen so vielseitig anwendbare, nachhaltige Verpackungen. Bio-Lutions wurde damit jetzt Finalist beim Next Economy Award 2018.

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Forbes, Nina Angelovska

The Hundert is a Berlin-based startup project and print magazine featuring outstanding companies and their founders since 2013. Every issue puts 100 amazing startups in the spotlight and tells their stories. Previous editions include 100 Female Founders Europe100 Startups New York and 100 Startups Berlinthe most famous one so far. The printed magazine of each edition can be found at various events and conferences across Europe. Their freshest edition Vol. 11 features the 100 most innovative startups of Germany. 

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The most innovative startups represent various sectors: Software as a service (16), IoT (9), FinTech (8), Digital Health (7), Industrial software and technology (5), Media and marketing (5), Logistics (4), Blockchain (4), Logistics (4), AI (3), Robotics (3), Platform as a service (3), Insuretech (3),  and other tech-related sectors.

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The demand for sustainable packaging, made of paper, jute, cloth and even plants, is increasing around the country.

In the eastern suburbs of India’s financial capital Mumbai is a 132-hectare-wide mountain of garbage. Known as the Deonardumping ground, it has long exceeded its capacity as a landfill. Attempts to ensure a scientific closure of the site have yet to materialise, and it frequently reminds residents in neighbouringareas of its presence by catching fireand sending pollution levels in the city soaring. With the pollution come discussions about the large amounts of waste Indian cities are generating.

India produces an estimated 62 million tonnesof municipal solid waste annually, a figure which is likely to reach 165 million tonnesby 2030. As per a 2015 study by the Central Pollution Control Board, close to 26,000 tonnesof plastic waste is generated every day in the country. While there have been efforts to address this problem – in June, the Maharashtra government banned single-use plastic, among the 25 Indian states and union territories to do so – the implementation continues to be lax. According to the industry body FICCI, the plastic packaging industry in India is worth $32 billion, and India exports to 150 countries.

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Technology is now providing some alternatives. Bio-lutions, a German company that uses agricultural waste to produce packaging as well as tableware, successfully completed its pilot project in Bengaluru’s Jakkurneighbourhoodand their first full-fledged plant began operations in September in Ramanagara, 40 km away from the city. The plant will use 1,500 to 2,000 tonnesof fibresannually – from plants like sugarcane, banana and tomato – along with wheat and rice straw bought locally from the farmers in Mandya, and convert it all into packaging for fruits and vegetables, electronics, trays for surgical equipment and bio-plastic foil for materials that require a waterproof surface. Eduardo Gordillo, who founded Bio-lutionsin 2012, feels there is a market for companies like his in India because of the waste management problem in the country. “The industry retailers are looking for alternatives because of the ban on plastic bags,” said Gordillo. “While plastic and paper are cheap, technologies like ours can make alternatives at competitive prices.” He believes technology like the one Bio-lutionsoffers can help provide farmers a profitable outlet as well.

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Gute Nachrichten aus Hamburg – Deutschland

Durch die Innovation des Unternehmens „Bio-Lutions“ könnte unser Verpackungsmüll bald kompostieren und frische Erde erzeugen, statt Berge an Plastikmüll zu verursachen. Damit könnten die Unmengen an Müll der letzten Jahrzehnte reduziert werden und eines Tages vielleicht komplett verschwinden.

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Trends der Zukunft

Bei diesem Projekt gibt es viele Profiteure: Indische Farmer, die trotz harter Arbeit wenig Geld verdienen, erhalten ein gutes Zubrot. Konsumenten bekommen zu geringen Preisen rein biologische Verpackungen, die sich einfach auf den Kompost werfen lassen. Und die Umwelt muss nicht noch mehr Einweg-Plastikmüll ertragen. Wir beleuchten den Hintergrund!

Bananen- und Zuckermaisblätter als Rohstoff

Das Startup Bio-lutions hat seinen Stammsitz in Hamburg, doch die Produktionsanlagen liegen in Indien. Hier sind die Fabriken nicht nur ganz nah an ihren Rohstoffen, sondern auch an den zu verpackenden Waren. Einwegverpackungen in vielen verschiedenen Formen verlassen Tag für Tag die Förderbänder, sie bestehen aus nichts weiter als kompostierbaren Pflanzenresten. Als Rohstoffe verwendet Bio-lutions die ohnehin anfallenden Pflanzenreste der in der Nähe ansässigen Farmer: Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Zuckermais- und Bananenblätter, die den Landwirten eigentlich keinerlei Gewinn bringen und normalerweise verbrannt werden würden. Doch das Unternehmen zahlt natürlich für das Grünzeug, das getrocknet, geschreddert und weiterverarbeitet wird. Selbst die nötigen Bindemittel sind in den Pflanzenresten enthalten!

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Hamburg News

Hamburger Startup zielt mit ökologischer Produktionsalternative für Einwegprodukte auf Massenmarkt

Das Aus für Einwegprodukte aus Plastik rückt näher. Ende Oktober stimmten die EU-Staaten auf Botschafterebene für ein entsprechendes Verbot, für das sich zuvor bereits das Europaparlament ausgesprochen hatte. Diese Entwicklung dürfte ganz im Sinne von Eduardo Gordillo sein. Sein Startup Bio-Lutions bietet eine ökologische Alternative zu Plastik: Einweggeschirr und Verpackungen aus Agrarresten.

„Re-Packing“: Tomatenverpackungen aus Tomatenpflanzen

„Agrarreste werden in Deutschland als Wertstoffe betrachtet“, weiß der gebürtige Kolumbianer. Ein Teil dieser Wertstoffe wandert als Dünger wieder zurück in den Boden. Der Rest wird – kostenpflichtig – entsorgt. Gordillo setzt statt auf Entsorgung auf Recycling und nutzt die Pflanzenreste als Rohstoff, um daraus beispielsweise Verpackungen zu produzieren. „Re-Packing“ nennt er den Ansatz, bei dem etwa Tomatenverpackungen zu 100% aus Tomatenpflanzen hergestellt werden.

330 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr

Möglich wird das durch ein patentiertes Verfahren, das es erlaubt, selbstbindende Fasern aus weichen Agrarabfällen – Holz ist zu hart – herzustellen und per Faserguss in jede gewünschte Form zu bringen. „Wir sprechen hier von einem mechanischen Verfahren, ganz ohne Chemie und mit nur sehr wenig Wasserverbrauch. Und das Produkt ist zu 100% biologisch abbaubar“, betont Gordillo die Umweltverträglichkeit. „Aktuell bieten wir damit weltweit die ökologischste Alternative zu Plastik an“. Andere Unternehmen werden folgen, ist der 52-Jährige überzeugt.

Den Wettbewerb fürchtet er nicht. „Wir sprechen von mehr als 330 Millionen Tonnen Plastik, die jährlich weltweit hergestellt werden. Ein Unternehmen allein kann da gar nicht ausreichend Alternativen produzieren.“ Um einen weitreichenden Materialwechsel herbeizuführen – und das ist sein Ziel – müsse es weitere Produzenten geben. „Wir wollen etwas bewegen. Darum streben wir eine Massenproduktion an und kein Nischenprodukt“, erklärt Gordillo.

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Next Economy Award,  Düsseldorf

BIO-LUTIONS International AG wurde nominiert in der Kategorie „Resources“

Die Finalisten für den 4. Next Economy Award stehen fest. Aus 178 Bewerbungen wurden die neun nachhaltigsten und innovativsten Unternehmen für die Endauswahl nominiert.

„Unsere Finalisten wollen beides: Einen Beitrag zur Lösung von sozialen und ökologischen Problemen leisten und davon leben“, sagt Initiator Stefan Schulze-Hausmann. „Die ‚nächste Wirtschaft‘ braucht nachhaltige Geschäftsmodelle mit wirtschaftlicher Erfolgsperspektive. Der NEA zeigt die besten Beispiele.“

Die Expertenjury und das Kongresspublikum bestimmen am 7. Dezember 2018 nach Live-Pitches den Preisträger, der ein attraktives Paket aus Kommunikations- und Sachleistungen im Wert von € 25.000,- erhält.

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Instead of contributing to smog by burning stubble, farmers are learning that waste products can be turned into profit

A study conducted by Harvard’s John A Paulson School of Engineering and Applied Sciences said: “On certain days, during peak fire season, air pollution in Delhi, which is located downwind of the fire, is about 20 times higher than the threshold for safe air as defined by WHO.”

But now a slew of private companies are coming up with a range of offerings they say can help.

A Hamburg-based company called Bio-lutions has set up a factory near Bangalore to convert agricultural residue into fibres that can be used for packing material and tableware. The end products could also help tackle the burgeoning plastic crisis, as they are as cheap as plastic to produce, and take about three months to biodegrade.

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Hamburg Startups, Mathias Jäger

Plastikmüll ist eines der größten Probleme unserer Zeit. Das Hamburger Startup BIO-LUTIONS hat nun eine pflanzliche Alternative zu Plastik entwickelt und will daraus Verpackungen und Einweggeschirr für den Weltmarkt produzieren. Wir haben uns mit dem Gründer Eduardo Gordillo über diese revolutionäre Erfindung unterhalten.

Die 2005 gegründete upgradingGmbH ist eine Designagentur, die sich auf Displays zur Verkaufsförderung im Einzelhandel spezialisiert hat. Das Geschäft läuft gut, wie ein Blick auf die Liste der Referenzkunden zeigt: Große Namen wie Beiersdorf, L’Oréaloder Philips sind dort zu finden. Dem CEO Eduardo Gordillo reichte dieser Erfolg allerdings vor sechs Jahren nicht mehr. Um die Welt nicht zuletzt für seine damals gerade ein Jahr alte Tochter ein bisschen besser zu machen, suchte er nach einer Idee, die den Umweltschutz weltweit voranbringt.

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